High School in Australien

Jule - Benowa State High School, Gold Coast, Queensland

Vor genau sieben Wochen bin ich wieder in Deutschland gelandet und wusste, dass damit die beste Zeit meines Lebens nun zu Ende war. Ich verbrachte 5 Monate in Australien, an der Gold Coast.

Anfang Juli ging es dann endlich los für mich. Ich flog mit einer Gruppe von Schülern und Schülerinnen zunächst einmal nach Singapur. Dort verbrachten wir 3 wunderschöne Tage. Und ich muss zugeben, Singapur ist eine der schönsten Städte, in denen ich bisher war. Die Tage waren sehr abwechslungsreich und ich würde jedem die "Singapore Experience" sofort weiterempfehlen. Zusätzlich war es echt schön, ein paar Tage noch mit Freunden, die man vielleicht schon beim Vorbereitungstreffen kennen gelernt hat, zu verbringen, bevor es dann endlich weiter auf den 5. Kontinent ging.

Mit mangelndem Schlaf wurden wir dann jeweils von einem von der Schule bestellten Taxi zu unserer Gastfamilie gefahren. Meine Gastfamilie bestand aus meiner thailändischen Gastmutter, meinem holländischen Gastvater, meinem zwei Gastgeschwistern (15&17) und meiner italienischen Gastschwester. Was man also sagen kann ist, dass ich nun nicht nur besser Englisch sprechen kann, sondern auch ein paar thailändische und italienische Sätze dazugelernt habe. Ich habe mich auf Anhieb mit meiner australischen Gastschwester verstanden, aber auch mein Gastbruder und meine italienische Gastschwester sind mir schnell ans Herz gewachsen.

Ich besuchte also dann 2 Terms die Benowa State High School und wurde herzlich empfangen. Die ersten beiden Tage ging es mehr darum, die Schule kennenzulernen. In einer Gruppe von ca. 25 Internationals haben wir gewisse Regeln kennengelernt. Im Unterschied zu meiner deutschen Schule habe ich in Australien nur sechs Fächer belegt. Ich hatte dann also Mathe und Englisch, Biologie und Erdkunde und Hospitality und Arts.

Besonders gut haben mir die beiden Electives gefallen. Das sind die Fächer, die ich mir frei aussuchen konnte. Jeden Freitag haben wir in Hopsitality gekocht und in den anderen Stunden haben wir theoretische Themen durch genommen. Arts war besonders interessant! Viele denken wahrscheinlich jetzt, dass der Unterricht ähnlich zum deutschen Kunstunterricht war. Ich finde jedoch, dass wir in Arts eine viel umfangreichere Ausstattung hatten als an deutschen Schule. Das hatte zur Folge, dass quasi jeder malen konnte und ich war immer wieder erstaunt, was für tolle Bilder zustande kamen.

Das Schulgelände ist ganz anders als ich es bereits kannte. Es gibt kein großes, mehrstöckiges Hauptgebäude, sondern viele verschiedene Blöcke, welche unterteilt waren in Fächer. So gab es zum Beispiel einmal den Science-Block oder den Englisch-Block. Auch an die Schuluniform habe ich mich sehr schnell gewöhnt und sie war schnell einfach Teil meines Aufenthaltes. Zweimal in der Woche gab es ein sogenanntes Assembly. Dabei hat sich die ganze Oberstufe (Year 10-12) in der Turnhalle getroffen und wir haben einfach generelle Neuigkeiten und Ähnliches gesagt bekommen, z. B. dass das Schulteam in Volleyball den ersten Platz gemacht hat usw. Dann haben wir immer noch die australische Hymne gesungen und später ging es dann einfach wieder in den Unterricht.

Da ich noch sehr jung bin, wurde ich in Year 10 eingestuft und war somit in derselben Stufe wie meine Gastschwester. Sie hat mir immer wieder angeboten, die Pausen mit ihr zu verbringen, wodurch es mir relativ leicht fiel einen Freundeskreis zu finden. Schnell wurden die australischen Schüler/Innen zu meinen besten Freunden und ich konnte mir bereits nach einem Monat nicht mehr vorstellen, bald wieder die Gold Coast zu verlassen.
Nichts desto trotz verging die Zeit wie im Flug. Mir wurde von Tag zu Tag immer mehr klar, dass ich jeden Tag nutzen sollte, um möglichst viel in Australien rumzukommen. Ich habe mich dann entschieden, in den Frühlingsferien (also unseren Herbstferien) eine organisierte Reise an die Ostküste zu machen. Die Reise fing in Brisbane an und wir sind in einem Bus bis hoch nach Cairns gefahren. Auf dem Programm standen zum Beispiel Schnorcheln und Tauchen am Great Barrier Reef oder Speedboat fahren rund um die Whitsunday Islands. Wie auch die restliche Zeit vergingen diese 10 Tage schneller als gedacht und bald fing wieder der Schulunterricht an.
Die letzen 8 Wochen Schule waren noch schöner als bereits die ersten 10. Da der Sommer vor der Tür stand und somit das Klima immer wärmer wurde, verbrachte ich so gut wie jedes Wochenende am Strand, beziehungsweise in der Nähe des Wassers, habe bei Freundinnen übernachtet, wobei wir quasi Tag und Nacht im Pool verbracht haben und habe einfach das australische Leben lieben gelernt.

In den letzten Tagen hatte ich immer wieder ein mulmiges Gefühl im Bauch bei dem Gedanken daran, dass ich bereits in den kommenden Tagen all das zurücklassen musste. Freunde, die wie meine Familie waren, meine Gastschwester, die gleichzeitig meine beste Freundin war, und Australien, das Land bei dem ich so stolz bin, es nun mein Zuhause nennen zu dürfen, haben diese 5 Monate so unendlich schön gemacht und ich bin unglaublich dankbar, dass ich die beste Zeit meines Lebens erleben durfte.
Zurück in Deutschland habe ich mich über nichts anderes geärgert, als dass ich doch nicht auf ein ganzes Jahr, oder zumindest ein ¾ Jahr verlängert habe. Nun ja, jetzt kann ich nichts mehr daran ändern. Trotzdem bin ich sozusagen schon dabei, meinen nächsten Flug nach "Hause" zu planen.